Coca-Cola Europacific Partners Deutschland (CCEP DE)

„Wir sind für jeden Operator da“
VendingSpiegel: Frau Barthel, wie wichtig ist der Absatzkanal Vending für Coca-Cola Europacific Partners Deutschland?
Barthel: Für CCEP DE ist der Vending-Kanal sehr wichtig – egal ob im Betriebs- oder Public-Vending. Der Automat ist das direkte Kommunikationsmittel zum Endkonsumenten. Im Betriebsmarkt umso mehr, da Menschen auf der Arbeit wesentlich mehr Zeit verbringen als beispielsweise im klassischen Handel oder im Außer-Haus-Markt. Dort herrscht an den Automaten also eine hohe Dynamik, die wir zusammen mit unseren Partnern bedienen können.
VendingSpiegel: Coca-Cola bedient den deutschen Vending-Markt nicht mehr mit eigenen Automaten. Ist die Übergabe Ihres operativen Vending-Geschäfts an Partner inzwischen vollständig abgeschlossen, Herr Donath
Donath: Ja, die Übergabe wurde 2024 abgeschlossen. Doch wir wollen mit Coca-Cola in den Betrieben und im Public-Bereich auf Armeslänge weiterhin verfügbar sein. Dazu brauchen wir unsere Operator-Partner und unterstützen sie mit verschiedenen Maßnahmen am Automaten.
VendingSpiegel: Bevor wir zu Ihrem Partnerprogramm kommen: Wie entwickeln sich Absatz und Umsatz der Coca-Cola-Produkte im deutschen Automatenmarkt?
Barthel: Da wir aus dem Fullservice-Vending ausgestiegen sind und das Volumen jetzt bei unseren Kunden liegt, können wir hier keine genauen Daten nennen. Der Kanal hat bei uns intern aber eine sehr hohe Priorität.
VendingSpiegel: Können Sie denn eine Entwicklung feststellen, wie gefragt Ihre Produkte bei Ihren Operator-Kunden sind?
Barthel: Die Basics Coca-Cola und Coke Zero sind nicht wegzudenken. Aktuell sind wir dabei, noch mehr Vielfalt in Kooperation mit unseren Operator-Kunden in die Automaten zu bringen. Hier sehen wir noch Potenzial für Marken wie Fanta, Sprite, Fuze Tea und auch Powerade. Speziell Powerade und Fuze Tea werden hier in Halle abgefüllt und sind damit „Made in Germany“.
VendingSpiegel: Wie unterstützen Sie die Vending-Operator im Markt?
Barthel: Unser Vertrieb ist nach regionalen und nationalen Partnern aufgegliedert. Beispielsweise ist Andreas Donath für nationale Kunden zuständig, während ich mit meinem achtköpfigen Team bundesweit die lokalen Operator jeder Größe betreue.
Donath: Die persönliche Kundenbetreuung ist uns sehr wichtig: Wir sind für jeden Operator da, bieten eine Komplettberatung und kümmern uns im Team um die jeweiligen Anliegen. Hierfür haben wir ein Vending-Vertriebsteam von insgesamt elf Kundenbetreuern.
VendingSpiegel: Wie sind Vertrieb und Beratung organisiert?
Barthel: Operator können sowohl die Einweg- als auch Mehrwegprodukte direkt über uns beziehen. Genauso ist die indirekte Belieferung über Logistikpartner möglich. Als Kundenbetreuer legen wir einen großen Fokus auf die Themen Sortimentsberatung, Vorstellung von Innovationen und das Teilen von Markt-Insights. Wir waren jahrelang im Fullservice-Vending tätig und kennen uns in dem Geschäft sehr gut aus. Mit diesem Know-how stehen wir unseren Vending-Kunden als Kompetenzpartner zur Seite, um gemeinsam zu wachsen.
VendingSpiegel: Wie ist im Hinblick darauf die Vertriebsstruktur für Ihre verschiedenen Marken aufgebaut? Gibt es alles aus einer Hand?
Donath: Ja, die Komplettberatung bezieht sich auf das gesamte Sortiment, das wir in Deutschland haben. Somit sind wir bei den Kaltgetränken der zentrale Ansprechpartner. Wenn es um die Heißgetränke Costa-Coffee und Barista-Bro geht, gibt es spezialisierte Teams, zu denen wir dann den Kontakt herstellen. Somit hat der Operator bei uns für alle Themen und Fragen nur einen zentralen Ansprechpartner – egal ob es um Getränke oder die Logistik geht.
VendingSpiegel: Neben der Logistik sind auch Preise ein Thema im Markt. Hier hat CCEP DE zuletzt im Herbst Preiserhöhungen im Handel umgesetzt. Betrifft das auch das Vending-Geschäft?
Barthel: Zum September haben wir unsere Preise im niedrigen einstelligen Prozentbereich gegenüber unseren Kunden angepasst. Dahinter steht eine langfristige Strategie, die Kostensteigerungen entlang unserer Wertschöpfungskette ebenso berücksichtigt, wie unsere hohen Investitionen – in starke Marken und Kampagnen wie auch in unser Produktions- und Logistiknetzwerk in Deutschland. Die größte Einzelinvestition in diesem Jahr floss in eine neue Dosenlinie hier in Halle, die 2026 in Betrieb gehen soll.
VendingSpiegel: Tragen Ihre Operator-Kunden die Erhöhungen mit?
Barthel: In meinem Bereich zeigen sich als Reaktion keine Veränderungen in den Bestelleingängen. Die Hintergründe der Preisanpassung sind auf Kundenseite auf Verständnis getroffen. Um das an dieser Stelle deutlich zu machen: Die Verbraucherpreise für die Endkunden bestimmen die Händler und Operator.
VendingSpiegel: Welche Preisentwicklungen beobachten Sie im Getränkemarkt allgemein?
Donath: Grundsätzlich sehen wir, dass die Kategorie der Alkoholfreien Erfrischungsgetränke recht krisenresistent ist. Das macht sie insgesamt sehr attraktiv – auch für neue Player.
VendingSpiegel: Befinden sich die Preise aktuell auf einem stabilen Niveau oder stehen weitere mögliche Preiserhöhungen an?
Barthel: Über Preisanpassungen in der Zukunft zu sprechen wäre ein Blick in die Glaskugel. Die Konsumstimmung in Deutschland hat sich noch nicht wieder erholt. Viele Menschen sind sowohl im Konsumgüterbereich als auch bei größeren Anschaffungen preissensibel. Das haben wir im Blick und stellen sicher, dass wir ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.
VendingSpiegel: Was sind darüber hinaus aktuell die wichtigsten Entwicklungen im Kaltgetränke-Markt in Deutschland?
Barthel: Grundsätzlich hat die Kategorie der Alkoholfreien Erfrischungsgetränke im ersten Halbjahr im Gesamtmarkt ein gutes Absatz- und Umsatzwachstum verzeichnet. Zu dieser Entwicklung konnte Coca-Cola mit den beliebten Marken und der Packungsvielfalt beitragen – auch am Automaten. Denn unsere Marken sorgen für Sichtbarkeit im Automatenmarkt, schaffen Vertrauen und treiben so auch die Kaufrate im Automatengeschäft.
VendingSpiegel: Welche Trends sind im Getränkemarkt vorherrschend?
Barthel: Wir nehmen drei Trends wahr. Dazu gehören Zero-Varianten, die spürbare Wachstumsimpulse setzen – allen voran unsere Kernmarke Coca-Cola Zero. Das treibt insbesondere die Gen-Z: 63 Prozent der Gen-Z bevorzugen Zero-Getränke und testen hier regelmäßig neue Produkte. Das macht diese Generation zu einer sehr attraktiven Zielgruppe.
Als zweiten Trend sehen wir das Thema Energydrinks und „Stills“ – also Getränke ohne Kohlensäure. Mit Monster Energy, Powerade und Fuze Tea besetzen wir diese Wachstumskategorie mit starken Marken. Speziell bei den Powerade-Sportgetränken und Energydrinks haben wir in den letzten Jahren zweistellige Wachstumsraten gesehen.
Der dritte Trend bei alkoholfreien Getränken ist das Kleingebinde bis 0,5 Liter, das stark nachgefragt wird. Speziell die Dose wächst überproportional – für Erfrischungsgetränke im zweistelligen Prozentbereich.
VendingSpiegel: Sind Ihre Klassiker mit Zuckergehalt kein großes Thema mehr im Automatenmarkt?
Donath: Doch, die beliebten Klassiker sind weiterhin gefragt. Hier kommt es auf den Standort an: Im Bluecollar-Bereich ist die Nachfrage nach Full-Sugar-Varianten tendenziell höher – von der Coke regular bis zur Fanta. Im Whitecollar-Bereich wie Büros oder Kantinen sind hingegen Zero-Varianten deutlich mehr gefragt.
VendingSpiegel: Im kommenden Jahr planen Sie die Inbetriebnahme einer neuen Dosenabfüllanlage am Standort Halle. Ist diese Produktionslinie eine Reaktion auf den Dosen-Trend?
Barthel: Richtig, mit der neuen Dosenlinie hier in Halle stellen wir uns genau auf diese Entwicklung ein.
VendingSpiegel: Welche Getränke werden dann in der Dose abgefüllt?
Barthel: Die Kernmarken Coke, Coke Zero, Fanta und Sprite. Das bedeutet, dass nach über zwei Jahrzehnten die Coke zurück nach Halle kommt. Denn seit der Spezialisierung auf stille Getränke Anfang der 2000er-Jahre wurden hier keine kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränke mehr abgefüllt.
VendingSpiegel: Ist die 0,33er Dose speziell ein Außer-Haus-Markt-Gebinde?
Barthel: Die Dose ist ein Gebinde, das für alle Kanäle gut funktioniert – vom Handel bis zum Außer-Haus-Markt, gekühlt und ungekühlt.
VendingSpiegel: Woran liegt das?
Donath: Die Dose war viele Jahre lang weg vom Markt, allen voran aus Umweltgesichtspunkten. Doch seit inzwischen gut fünf Jahren wird wieder häufiger zur Dose gegriffen, insbesondere durch eine jüngere Zielgruppe, die das frühere negative Image mit der heutigen Dose gar nicht assoziiert. Dazu muss man auch sagen, dass die Dose heute einen deutlich geringeren CO2-Fußabdruck als noch vor 20 Jahren hat. Sie ist inzwischen leichter, wird bei uns aus Aluminium hergestellt und ist dadurch recycelbar. Unsere Dose hat mit bis zu 64 Prozent einen hohen Anteil an Rezyklat. Das macht sie auch unter ökologischen Gesichtspunkten wieder zu einem Player auf dem Markt.
Barthel: Es ist zudem so, dass es bestimmte Trendkategorien nur in der Dose gibt. So haben sich das Wachstum der Getränkekategorie Energydrinks und der Verpackungseinheit Dose gegenseitig verstärkt – und inzwischen hat sich diese Entwicklung auf fast alle Getränkekategorien ausgeweitet, auch bei den stillen Getränken. Bei den Softdrinks haben wir allein in der Dose im vergangenen Jahr ein zweistelliges Wachstum gesehen. Im Handel ist die Dose auch unter Marketinggesichtspunkten attraktiv: Sie hat eine hohe Markenpräsenz im Regal und kann aufmerksamkeitsstark inszeniert werden.
VendingSpiegel: Wie groß ist Ihre Produktauswahl in der Dose? Und welche Bedeutung hat die Gebindeart für das Vending-Geschäft?
Barthel: Das Kernportfolio – bis auf Wasser und Schorle – haben wir in der Dose verfügbar und 2025 ganze 16 Innovationen in der Dose gelauncht. Daran sieht man, dass das Gebinde insbesondere auch für neue Produkte wichtig ist.
Donath: Speziell für das Operator-Geschäft hat die Dose eine hohe Bedeutung, da sie wie beschrieben die Themen Kleingebinde und Trendgetränke vereint. Das bietet die Chance für Operator, Lücken in der Frequenz mit Innovationen in einem gefragten Gebinde zu schließen.
VendingSpiegel: Was bedeutet das für das Category-Management am Automaten?
Barthel: Es kommt immer auf den Aufstellort an. Wie lang ist die Verweildauer? Aus welcher Motivation wird ein Getränke gekauft? Und wo befindet man sich gerade? All diese Faktoren sind für das Category-Management entscheidend und beantworten letztlich die Frage, welche Gebindeart und -größe am jeweiligen Standort benötigt werden. Gemeinsam mit dem Operator identifizieren wir, welcher Trend welche Zielgruppe an den einzelnen Standorten bedient. Und hierfür entwickeln wir dann zusammen das passende Planogramm.
VendingSpiegel: Welches Gebinde priorisiert Coca-Cola im Vending-Kanal: Einweg oder Mehrweg, Flasche oder Dose?
Donath: Grundsätzlich ist die 0,33-Liter-Dose ein Einstiegsprodukt, insbesondere für preissensible Konsumenten. Die 0,5-Liter-PET-Flasche ist die klassische Mitnahmeverpackung und aktuell unser stärkstes Gebinde im Vending. Glas wiederum kann ein Thema für Operator sein, die Kunden mit einer Glas-Mehrweg-Strategie bedienen möchten. Wir als Coca-Cola sind hier flexibel und bieten alle Produkte zusammen mit einer umfassenden Beratung an.
Barthel: Jeder Operator entscheidet selbst, was er einsetzen möchte und damit seinen Füllfahrern an die Hand gibt. Das hat letztlich Auswirkungen auf das Handling im Tagesgeschäft. Denn hier spielen Faktoren mit hinein, wie nah ein Füllfahrer an den Automaten heranfahren kann und welche Transportausstattung vorhanden ist. Wir geben gerne Empfehlungen, was anhand der Location am besten passt. Um das richtige Gebinde zu finden, benötigt man aber für jeden Standort einen Rundumblick. Und hier kennt der Operator seine Kunden und Automaten am besten. Daher können wir von unserer Seite immer nur eine Empfehlung aussprechen und arbeiten dann gerne die jeweiligen Konzepte gemeinsam aus.
VendingSpiegel: Ist auf die letzte Meile zum Automaten auch der neue 12er-Tray ausgelegt?
Barthel: Ja, der 12er-Tray für unsere 0,5-Liter-PET-Flaschen – außer für Vio – erleichtert den Füllfahrern das Produkt-Handling. Neu ist die Umverpackung für den 12er-Tray: Hier nutzen wir jetzt eine Kartonage anstelle der Shrinkfolie, was für mehr Stabilität sorgt.
VendingSpiegel: Werden Sie im Jahr 2026 neue Produkte für das Automatengeschäft vorstellen
Barthel: Im ersten Halbjahr wird es drei Innovationen im Monster-Segment geben. Zudem kommen Powerade und Fuze Tea in der Dose für alle Kanäle. Im Fokus wird definitiv Coke Zero Zero ohne Koffein und Zucker stehen – auch als optisches Highlight. Denn die schwarze Dose mit goldenem Layout und Logo wird ein echter Hingucker. Darüber hinaus wird es weitere kleine Veränderungen geben, dazu gehört beispielsweise der Abtausch der Fanta Orange Zero zur Sprite Zero in der 0,5-Liter-PET-Flasche.
VendingSpiegel: Was zeichnet die Coke Zero Zero aus?
Donath: Konsumenten achten zunehmend darauf, zu welchen Uhrzeiten sie Koffein zu sich nehmen. Daraus kann eine Konsumlücke im Tagesverlauf entstehen. Um diese zu bedienen, bringen wir die Coke Zero Zero nach der Einführung in der PET-Großpackung ab Anfang 2026 in der 0,33-Liter-Dose auf den Markt. Somit steht das Produkt neu für das Vending-Geschäft zur Verfügung.
VendingSpiegel: Im Jahr 2024 gab es zur Fußball-Europameisterschaft eine aufmerksamkeitsstarke Coca-Cola-Aktion an Automaten. Können Sie hierzu einen kurzen Rückblick geben, wie erfolgreich die Aktion war?
Barthel: Grundsätzlich war die EM ein absoluter Erfolg für uns. Wir hatten rund 700 Automaten im EM-Style im Feld, angepasst auf die einzelnen Host-Cities, in denen die Spiele stattfanden. Besonders dieser regionale Ansatz war ein großer Eyecatcher und kam sehr gut an. Herausfordernd war das unbeständige Wetter, was in einigen Fällen den erwarteten Umsatz an den Public-Automaten beeinträchtigt hat. Aber die positive Stimmung und auch die Präsenz mit Coke Zero und Powerade waren unglaublich stark und erfolgreich.
Donath: Die gesamte Aktion – nicht nur bei der EM, sondern kurz darauf auch bei der Olympiade – hat bei unseren Konsumenten Emotionen entfacht, ebenso bei unseren Vending-Partnern. Wichtig ist mir zu betonen, dass wir unsere Operator-Partner bei solchen Aktionen und Promotions immer miteinbeziehen und somit eine 360-Grad-Aktivierung im Vending gemeinsam umsetzen.
VendingSpiegel: Im Sommer 2026 steht mit der Fußball-Weltmeisterschaft das nächste Sport-Megaevent an. Planen Sie hierzu erneut eine Automatenaktion in Deutschland?
Barthel: Die Konsumenten dürfen sich 2026 wieder auf Gewinnspiele und Aktivitäten freuen. Denn Deutschland ist ein Fußballland. Auch wenn die WM diesmal weiter weg stattfindet, werden wir die Emotionen am Automaten aufgreifen und unsere Kernmarken platzieren.#
Donath: Die ersten Konzepte zu Aktivierungen an den Automaten werden schon jetzt mit unseren Operator-Partnern entwickelt. Denn wir wollen die Endkonsumenten an den Vending-Geräten erneut begeistern und mit den Partnern zusammen Frequenzen erzeugen.







