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 |  Sören Nolte  |  Top-Themen

Intergastra 2026 / Fokus Vending

Im „Fokus Vending“ in Halle 8 zeigten sich während der Intergastra wieder zahlreiche Branchenaussteller. Foto: Nolte

„Sehr professional und hochwertig“

Auch der zweite „Fokus Vending“ im Rahmen der Intergastra darf als Erfolg verbucht werden. Das zeigt eine VendingSpiegel-Umfrage unter den diesjährigen Ausstellern aus Halle 8 mit Vending- und OCS-Bezug.

Fast drei Viertel (72 %) der Aussteller bewerten den diesjährigen Fokus Vending im Rückblick als Erfolg. Das belegt die sehr große Zustimmung der Teilnehmer für das Themen- und Messeformat. Lediglich elf Prozent der Befragten widersprechen dieser Einschätzung, 17 Prozent gaben keine Einschätzung ab. Diese positive Bewertung spiegelt sich auch in der Zufriedenheit mit der Umsetzung des „Fokus Vending“ auf der Intergastra 2026 wider: Zusammengenommen 84 Prozent sind hiermit „zufrieden“ (67 %) und „sehr zufrieden“ (17 %) – gegenüber nur wenigen unzufriedenen Ausstellern (5 %) sowie einigen Enthaltungen (11 %).

Die Grundsatzfrage, ob die Intergastra das richtige Messeumfeld für die Vending-Branche in Deutschland biete, fällt deutlich zugunsten der Stuttgarter Messe aus: Ein Drittel (33 %) der befragten Aussteller antwortet hierauf mit „ja“, fast die Hälfte (45 %) mit „eher ja“. Je elf Prozent beantworten diese Frage mit „eher nein“ und „weiß nicht“. Die breite Zustimmung sowohl zu Konzept, Standort als auch Umsetzung von Fokus Vending in Stuttgart sorgt dafür, dass 78 Prozent der befragten diesjährigen Aussteller auch bei der nächsten Intergastra 2028 dabei sein wollen. Verglichen mit den Umfrageergebnissen zur Premiere von Fokus Vending vor zwei Jahren konnten die Veranstalter die schon damals hohe Zustimmung der Aussteller in allen abgefragten Bereichen halten und leicht ausbauen (siehe hierzu VendingSpiegel 03-2024, Seite 10-11).

Mehrwerte aufgezeigt

Einige der Umfrageteilnehmer haben Statements zur Messe abgegeben. Dazu gehört Ulli Engel, Geschäftsführer Engeltec: „Die Intergastra bietet für das Thema Vending ein gutes Umfeld, vor allem durch die Nähe zur Gastronomie und zu neuen Betriebskonzepten.“ Gleichzeitig werde hier greifbar, wie stark die Digitalisierung inzwischen dazugehöre – von bargeldlosen Bezahllösungen bis zu Telemetrie, die Transparenz schaffe und Betrieb und Service deutlich effizienter mache. „Der ‚Fokus Vending‘ ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und darf in Zukunft gerne noch weiter ausgebaut werden“, betont Ulli Engel.

Auch Martin Witschi, Geschäftsführer Hug-Witschi, äußert sich positiv: „Ich finde es wichtig, dass das Thema Vending eine prominente Plattform bekommt und damit die deutlichen Trends hin zu mehr Digitalisierung, Automatisierung und neuen hybriden Versorgungskonzepten vorgestellt werden können.“ Diese Plattform konnte Hug-Witschi in Stuttgart nutzen, berichtet der Geschäftsführer: „Man spürt das Interesse an vernetzten und integrierten Lösungen, die die Endkunden aber auch Operator nachfragen. Als Hersteller von kompletten Systemen können wir sehr gezielt auf die Kundenwünsche eingehen und umfassende Lösungen anbieten.“

Gute Konzepte

Markus Broders, Geschäftsführer des Ausstellers Posvend, hebt die Präsentation der verschiedenen Vending-Konzepte in Halle 8 positiv hervor. „Das könnte für die Branche eine gute Gelegenheit sein, neue Ideen für das eigene Operating zu finden. Das klassische Operating ist dabei sich zu verändern“, sagt Broders.

Zu diesen Konzeptanbietern gehörte in Stuttgart Stüwer. Geschäftsführer Giorgio Di Bartolo hebt mehrere Faktoren positiv hervor, darunter die gute thematische Bündelung, die Sichtbarkeit für Food-&Beverage-Automation sowie Synergien mit klassischen Gastro- und Hospitality-Themen. Für die nächste Intergastra wünscht er sich eine klarere Besucherlenkung, damit Fokus Vending als eigener Anlaufpunkt noch stärker wahrgenommen wird. Darüber hinaus sollte es laut Di Bartolo mehr Inhalte mit Live-Demos oder Best-Practice-Pitches geben, sowie ein stärkeres Matchmaking, um Betreiber und Investoren bestimmter Zielgruppen gezielt in Halle 8 zu bringen.

Hersteller vermisst

Neben Zustimmung gibt es auch Kritik an der diesjährigen Umsetzung des Themenschwerpunkts. So stellte Stephan Meiringer, Geschäftsführer BIT-Soft, zwar während der Messe „volle Gänge“ fest, „aber als Business-Messe war einfach viel zu wenig ‚echtes‘ Fachpublikum vor Ort.“ Mit dem Fokus Vending habe die Messe dennoch gezeigt, dass man zahlreiche Akteure aus dem Vending-Segment gewinnen könne – allerdings fehlte es laut Meiringer in Summe an großen Herstellern. Nichtsdestotrotz fallen sein Fazit und seine Prognose positiv aus: „Wir selbst haben das Engagement und die Güte der Aussteller, was Messestände, Personal und ‚Darbietung‘ angeht, als sehr professionell und hochwertig angesehen und glauben, dass sich dies zur nächsten Intergastra mit noch mehr Vending-Anbietern weiterentwickeln wird.“

Das Fehlen einiger wichtiger Branchenvertreter in Stuttgart sehen auch weitere Messeteilnehmer als Defizit. „Die geringe Anzahl der Vending-Aussteller zeigt die Zerrissenheit der Branche beim Thema Messe“, sagt Bernd Gerhardt, Geschäftsführer Gerhardt Automaten. Er betont: „Ich persönlich würde mir eine nationale Messe mit echtem Vending-Schwerpunkt wünschen, gerne im Kontext der Intergastra. Für den Namen ‚Fokus Vending‘ kam mir das Thema Vending in diesem Jahr in Stuttgart aber leider zu kurz.“

Ähnlich äußert sich Alexander Porschen, Keyaccount-Manager Kaffee und Vending BWT Water+More. So sei der Vending-Schwerpunkt zwar ein wichtiger Treffpunkt für die Branche und biete eine gute Bühne für Innovation und Austausch. Porschen fügt aber hinzu: „Für die Weiterentwicklung wäre es wünschenswert, künftig noch mehr große Aussteller in diesem Segment zu sehen. Wir von BWT Water+More unterstützen den Bereich gerne weiter mit nachhaltigen Wasseroptimierungslösungen für den professionellen Vending-Markt.“

Quelle & Grafik: VendingSpiegel (4)