BVS Business Vending Solutions

„Ansprechpartner für innovative Konzepte“
Das Unternehmen BVS aus Rheinbach bei Bonn ist seit vielen Jahren ein etablierter Partner im deutschen Vending-Markt. In der Vergangenheit sorgte Unternehmensgründer Ulrich Eckert mit innovativen Automatenkonzepten und dem Import asiatischer Automatenmodelle regelmäßig für Aufmerksamkeit. Beispielsweise stellte sein Unternehmen nach der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 mehrere Automatenstationen auf, um die im Flutgebiet entstandenen Versorgungslücken zu schließen. Zuletzt war es um BVS etwas ruhiger geworden, was auf mehrere Veränderungen zurückzuführen ist. So hat sich Gründer Ulrich Eckert Ende 2024 in den Ruhestand verabschiedet. Seitdem wird BVS von seinem Stiefsohn Tobias Wall in zweiter Generation geleitet. Sein Halbbruder, Christopher Eckert, unterstützt den Betrieb als externer Dienstleister in den Bereichen Service und Wartung sowie bei technischen Schulungen.
Verkauf des Operating-Zweigs
Doch nicht nur personell hat sich der Rheinbacher Automatenspezialist in den vergangenen Monaten verändert. Bis August 2024 betrieb BVS in der Region Bonn ein eigenes Operating mit etwa 500 Automaten. Doch aus betriebswirtschaftlichen Gründen trennte man sich von diesem Geschäftszweig und verkaufte sämtliche Stellplätze und Automaten im Rahmen eines Asset-Deals an Seeberger Professional. „Seit der Pandemie hat die Betriebsverpflegung einen großen Wandel erlebt“, erläutert Geschäftsführer Tobias Wall die Hintergründe des Verkaufs. So sei die Frequenz an den Automaten aufgrund von Home-Office und verkleinerten Büroflächen deutlich gesunken. In der Folge habe der betriebswirtschaftliche Aufwand des Operatings nicht mehr mit den erzielten Ergebnissen übereingestimmt.
Ebenfalls getrennt hat sich das Unternehmen vom Konzept der Automatenshops, von denen BVS zuletzt zwei Standorte in Eigenregie verantwortete. „Diese Shops können sehr gut laufen, wenn man sie als Hauptgeschäft betreibt“, sagt Wall. Bei BVS aber waren die Automatenshops ein Nebenprojekt, was im sonstigen Tagesgeschäft letztlich zu aufwändig und arbeitsintensiv gewesen sei.
Trends im Public-Vending
Die Entscheidung, sich vom Operating zu trennen, hält der Geschäftsführer auch heute noch für richtig. „Das Betriebs-Vending wird nicht mehr so stark werden, wie es einmal war“, ist Tobias Wall überzeugt. Gerade das Streckengeschäft bezeichnet er als betriebswirtschaftliche Herausforderung. Daher steht für den Geschäftsführer fest: „Innerbetrieblich wollen wir nicht zurück ins Operating.“ Anders sieht es hingegen im Public-Vending aus. „Dort gibt es weder Diskussionen mit Betriebsräten noch Preisproblematiken. Stattdessen bietet das Public-Geschäft gute Margen, eine breite Zielgruppe und nur wenige Zugangsbeschränkungen“, fasst Wall zusammen.
Dieser Bereich soll zunächst im kleinen Rahmen aufgebaut werden. Bis Ende des Jahres plant der Geschäftsführer mit rund 25 Public-Automaten in der Region. Der Fokus liegt dabei nicht auf dem klassischen Snack- und Kaltgetränkeangebot, sondern auf aktuellen Trends. Dazu gehören Mystery-Pack-Automaten, also der Verkauf von Retourenware, deren Inhalt den Endkunden bis zum Öffnen der Pakete verborgen bleibt. Dieser Überraschungseffekt und die Möglichkeit, für einen verhältnismäßig kleinen Preis echte Schnäppchen erzielen zu können, machen die Automaten bei vielen Endkunden beliebt. Dennoch sind diese Konzepte nicht unumstritten. Insbesondere Fälle, bei denen die Ware nicht den Erwartungen oder dem bezahlten Preis entsprach, sorgten in der Vergangenheit im Markt für Kritik.
Das oberste Gebot für Tobias Wall lautet daher: „Keinen Retourenschrott, sondern ausschließlich geprüfte Ware einsetzen.“ Diese bezieht er über einen spezialisierten Retourenhändler, der ihm hauptsächlich Elektronikware liefert, die vorab einem Funktionstest unterzogen worden ist. „Der Endkunde muss einen Mehrwert bekommen, ansonsten funktioniert das Geschäft nicht langfristig“, fasst Wall zusammen. Ist diese Grundlage jedoch geschaffen, seien Mystery-Packs aufgrund der hohen Margen für Operator sehr attraktiv. Vorteile würden sich auch mit Blick auf die Automatentechnik ergeben, da die Geräte in der Regel mit einer Standardausstattung und ohne Kühlung oder Lift betrieben werden können.
Ansprechpartner für GPE- und XY-Geräte
Die passenden Automaten für das Public-Vending – und darüber hinaus – stellt BVS als spezialisierter Händler für interessierte Operator zur Verfügung. Aktuell hat das Unternehmen Tiefkühl-, Kaltgetränke-, Snack- und Kaffee-Standautomaten von zwei Kernmarken im Portfolio. Dazu gehören die Automaten des italienischen Herstellers GPE, für den BVS seit vielen Jahren der Generalimporteur für Deutschland ist. „GPE bietet solide Automatentechnik mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis“, betont Wall und verweist auf die jüngsten Weiterentwicklungen der Geräte. Dazu gehören eine neue Platine und Software, mit denen jetzt Daten auf die GPE-Touch-Geräte per Remote-Zugriff aufgespielt oder auch Warenkörbe angelegt werden können.
Bereits vor der Pandemie spezialisierte sich BVS als einer der ersten Importeure auf Automatenmarken aus dem asiatischen Raum. Die Marke TCN hat Tobias Wall inzwischen wieder ausgelistet. Stattdessen liegt der Fokus nun voll und ganz auf der chinesischen Marke XY. BVS ist inzwischen längst nicht mehr der einzige Importeur chinesischer Automaten in Deutschland. „Der Markt ist in den letzten Jahren mit einer günstigen Preispolitik regelrecht geflutet worden. Und über diverse Online-Plattformen gibt es nun sehr viele Importeure, die sich teilweise in Grauzonen bewegen“, sagt Wall. BVS aber grenze sich als professioneller Händler hiervon ab. Der Geschäftsführer erläutert: „Alle importierten Geräte müssen die geltenden EU-Normen erfüllen, was von einem unabhängigen Prüfer bestätigt werden muss.“ Wall ergänzt: „Hierum kümmern wir uns. Alle von uns importierten Automaten haben eine bestätigte EU-Konformität.“ Ebenfalls abgewickelt werden sämtliche Zoll-Angelegenheiten.
Darüber hinaus gewährleistet BVS, dass die gelieferten XY-Automaten auch genau den bestellten Konfigurationen entsprechen – das sei seiner Erfahrung nach bei manchen importierten Automatenmarken aus Asien nicht immer der Fall und einer der Gründe, warum sich BVS von vorherigen Lieferanten getrennt habe, berichtet Tobias Wall. Noch vor dem Versand der Geräte aus Asien überprüft ein unabhängiger Prüfer die Maschinen vor Ort vollständig. In Rheinbach werden die Importautomaten abermals vollständig geprüft und letzte Anpassungen wie Folierungen gemacht, bevor die Geräte an die Kunden ausgeliefert werden.
Ehrliche Kommunikation
Bei der Kommunikation und Preis-Leistung bewertet Tobias Wall die Marke XY als „sehr gut“, die technische Ausstattung und Qualität als „solide“. Zwar seien die Automaten nicht mit Premiumgeräten europäischer Hersteller vergleichbar, aber eine „gute Alternativlösung zu günstigen Konditionen, mit denen sich sehr viele Use-Cases abdecken lassen“, erläutert Wall. Diese Ehrlichkeit gegenüber den Kunden ist ihm besonders wichtig, wie er sagt: „Wir kommunizieren den Kunden absolut transparent, was für ein Gerät sie bekommen.“
Die Auswahl an XY-Automaten wird bewusst klein gehalten. „Wir importieren ausschließlich Geräte, die in unser Portfolio und damit zum deutschen Markt passen“, erläutert er. Das sind im Wesentlichen Modelle in Basisausführung und bei Bedarf mit Lebensmittelkühlung. Tiefkühlautomaten aus chinesischer Produktion kann Tobias Wall aktuell nur eingeschränkt empfehlen und verweist hierbei auf Modelle aus europäischer Produktion.
Fokus auf fünf Kernbereiche
In diesem Jahr will der Geschäftsführer die neue Ausrichtung von BVS weiter ausbauen, die künftig auf fünf Kernbereichen beruht. Der Hauptfokus wird dabei wie beschrieben auf dem Automatenvertrieb liegen. Rund 500 Geräte verkauft BVS pro Jahr an Fachhändler, den Einzelhandel, Caterer, Kiosk- oder Sportstättenbetreiber. Hierbei werden die Käufer bei Konzeption und auch Technologien wie Telemetrie und Bezahlsystemen beraten sowie geschult. In den kommenden Wochen soll das Automatenportfolio um europäische Premiummarken ergänzt werden, um somit ein vollständiges Angebot für alle Ansprüche bereitzuhalten.
An den Vertrieb angeschlossen ist der Bereich Service, den BVS nicht nur für die eigenen Kunden, sondern auch für externe Aufsteller im Markt anbietet. „Es sind sehr viele Automaten im Markt und es besteht ein großer Bedarf für guten Service sowie Ersatzteile“, sagt Wall. Diesen Bedarf will er künftig als zweiten Unternehmensschwerpunkt decken. Derzeit werden die hierfür notwendigen Strukturen geschaffen. Um technischen Service national anbieten zu können, arbeitet BVS mit einem Servicedienstleister zusammen, übernimmt hierbei aber die Koordination und Kommunikation mit den Kunden sowie die Vertragsangelegenheiten. Auch Fachhandelspartner werden nach wie vor in das Servicenetzwerk eingebunden.
Ersatzteile und nationale Großprojekte
Der Ersatzteilverkauf ist der dritte Baustein in der Unternehmensausrichtung. „Als Generalimporteur sind wir der Hauptansprechpartner für die Ersatzteile von GPE“, betont Wall. Diese Position will er sich auch für die Marke XY in Deutschland erarbeiten und den Ersatzteilverkauf weiter ausbauen. „Wir sind mit den Geräten bestens vertraut und können dadurch eine sehr detaillierte technische Beratung anbieten. Gegenüber anderen Ersatzteilhändlern sehe ich uns damit klar im Vorteil“, sagt der Geschäftsführer.
Neben dem beschriebenen Public-Vending im kleinen Stil bildet das etablierte Kooperationsnetzwerk von BVS den fünften Schwerpunkt. Hierbei übernimmt das Unternehmen aus Rheinbach die Koordination nationaler Großprojekte und vermittelt diese an Partner-Operator. Aktuell werde ein solches Projekt mit einem größeren Einzelhändler ausgearbeitet, für die die Partner aus dem Netzwerk dann regional den Service übernehmen.
Tobias Wall ist überzeugt, BVS mit diesem breiten Portfolio in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Er betont: „Wir sind nicht nur Händler, sondern bieten dem Markt zu den Automaten die passenden Services an. Das macht BVS zum zentralen Ansprechpartner für innovative Automatenkonzepte, nationalen Service und bundesweite Großprojekte.“
Über BVS Business Vending Solutions
Der Automatenspezialist BVS Business Vending Solutions aus Rheinbach bei Bonn ist seit vielen Jahren ein etablierter Player im deutschen Vending-Markt. Bis 2024 war das Unternehmen neben dem Handelsgeschäft auch als Operator mit rund 500 Automaten im Fullservice tätig. Dieser Geschäftsbereich, gebündelt in der BVS Operating GmbH, wurde im August 2024 an Seeberger Professional verkauft. Seitdem konzentriert sich BVS auf das Handelsgeschäft mit unterschiedlichen Automatenmarken und begleitende Services. Alleiniger Geschäftsführer des Unternehmens ist seit Januar 2025 Tobias Wall, Stiefsohn des Firmengründers und Inhabers Ulrich Eckert.

